Gesellschaft im Raum

Der gebaute Raum gibt unserer Umwelt Gestalt – und ist Ausdruck unserer Haltungen, Werte und des Miteinanders. Gebäude und Städte verkörpern Vorstellungen vom Zusammenleben und vom Mass zwischen dem Einzelnen und dem Gemeinsamen – zwischen Freiheit und Geborgenheit. In ihnen lebt ein Bild vom Menschen und seinem Ort in der Welt.

Die Architekturphilosophie erinnert uns daran, dass Bauen stets auch ein ethischer Akt ist. Es geht nicht nur darum, wie wir bauen, sondern wofür, für wen – und mit welchem Weltbild. Gute Architektur fragt: Wie wollen wir leben? Was brauchen wir, um uns zugehörig, sicher und inspiriert zu fühlen? Und: Wie sieht ein Raum aus, der Zukunft atmet, ohne die Vergangenheit zu verleugnen? Der Philosoph Martin Heidegger schrieb: «Wohnen ist das Sein des Menschen auf Erden.»* Diese Einsicht fordert uns auf, Architektur nicht nur technisch oder wirtschaftlich zu denken, sondern als Ausdruck eines kulturellen Selbstverständnisses. Sie verlangt, Räume nicht nur zu planen, sondern auch zu verantworten.

Die HIG Immobilien Anlage Stiftung lädt Sie mit ihrem diesjährigen Diskursbeitrag ein, die von der Architekturphilosophie angestossene ethische Dimension des Bauens wieder stärker ins Bewusstsein zu rufen – als Grundlage für Orientierung, Menschlichkeit und Beständigkeit im Zusammenspiel von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft.

* Martin Heidegger, «Bauen Wohnen Denken»